Freitag, August 11, 2006

Alpinale

Was macht man an einem Abend an dem es regnet, grausig und noch sau kalt ist?
Richtig, man schaut sich einen Film an - in unserem (Eric, Marcel und ich) Fall waren es 11 Kurzfilme aus Frankreich, Spanien, Deutschland und Vorarlberg bei der Alpinale in Nenzing.
Und weil man mit dem Anschauen der Filme noch nicht genug zu tun hatte, durfte das Publikum auch noch bewerten.
Wir haben unsere Aufgabe als Jury natürlich seeeehr ernst genommen und natürlich auch sehr kritisch bewertet - Mösse und ich jedenfalls :)

so, ich stell euch die Filme mal einzeln vor und geb dann noch meinen Senf dazu:

Comme un air
Regie: Yohann Goaguen Frankreich 2005

Ein Postbote der einen Brief zustellen soll, sieht auf seinem Weg eine wunderschöne Frau. Ihm fällt das Lied „You women“ von Julio Iglésias ein und er singt es vor sich her, während er versucht, den Weg zum Empfänger des Briefes zu finden. Ein anderer Mann, der gerade in den gleichen Gegend spaziergen geht, sieht den Postboten – er geht im selben Rhythmus weiter – aber auch er beginnt dieses Lied zu singen. Ohne es zu wissen sind beide im selben Rennen...

- also der Film hat mir wahnsinnig gut gefallen - da fängt einer mit einem Ohrwurm an und die ganze Stadt singt es ihm nach - und das natürlich in Paris (wo ich übrigens schon in 1 Woche sein werde!!!! JUHUUUU!!)

Une simple histoire d`amour
Regie: Jean-Luc Mathieu Frankreich 2005

Louis Schneider, Polizeibeamter, begang eine Kapitalverbrechen. Er wird von Laurence Duval, Kommissarin für interne Angelegenheiten, befragt.

- klingt komisch, war er auch :) Am Ende kommt nämlich raus, dass er mit einer Toten Sex hatte *brrrrr* geht ja gar nicht - hat auch keine gute Bewertung bekommen...

Le Diner
Regie: Cécile Vernant Frankreich 2006

Clara und Julien haben ihr erstes Date in einem Restaurant. Sie, eine junge, hübsche Sekretärin, versucht ihn zu verführen, in diesem chicen Restaurant indem sie sich nicht richtig wohlfühlt, und hofft auf ein Wiedersehen. Er, junger Diplomat, ist zappelig und versucht den Abend so schnell wie möglich zu beenden...

- unglaublicher Film!!! :) Mein absoluter Favorit - er rennt alle 5 Minuten ans Telefon bis sie entnervt geht (um dann wieder zu kommen und ihm eine zu watschen - hatte er ja auch verdient *g*). Zuhause hört sie dann ihren Anrufbeantworter ab um die ganzen Nachrichten von Julien zu hören, die er ihr während des Essens drauf geredet hat :)

Tadeo Jones
Regie: Enrique Gato Spanien 2005

Gleichzeitg starrköpfig, eitel und empfindlich: Tadeo ist ein unüblicher Entdecker, welcher nicht vermeiden kann in Schwierigkeiten zu geraten. In seinem ersten Abenteuer betritt Tadeo eine Pyramide und trifft dort eine unübliche Mumienfamilie.

- ein Animationsfilm - geschaffen für mich :) vor allem noch aus Spanien!!
aber er hat mir dann doch nicht so gut gefallen... Der Film hat ganz gut mit dem Indiana Jones Verschnitt - Helden anfgefangen, der sich in die Pyramide hineinwagt. Dort trifft er dann Papa, Mama und Babymumie, die ihm sein schönes Fundstück (das Kinderspielzeug des kleinen - geht ja auch gar nicht, da wäre ich auch böse...) wieder abnehmen wollen. Als er endlich draußen ist, steht er auf einem Vergnügungspark. DAS WARS! Irgendwie blödes Ende oder??

Schmock
Regie: Michel Guillaume Deutschland 2004/2005

Ein jüdisches Lokal in München soll von einem Attentäter in die Luft gesprengt werden, eine Agentin des Mossad wird darauf angesetzt das Attentat zu vereiteln, doch der Geheimdienst hat etwas übersehen: Der Attentäter hat einen Zwillingsbruder.

- dieser Film hat von mir als einziger einen :( - Smiley bekommen - hat mir überhaupt nicht gefallen - obwohl Oliver Korittke mitgespielt hat...

La Leyenda del Espantapájaros
Regie: Marco Besas Spanien 2005

Das Leben einer Vogelscheuche ändert sich radikal, als sie beschließt sich mit den Vögeln anzufreunden.

- bei diesem Animationsfilm haben wir 3 leider den Anfang verpasst - die Pause war ja aber auch schrecklich kurz... da kann man nicht genüsslich sein Mineral trinken... hmmm...
Aber was wir gesehen haben hat mir gut gefallen - es war eigentlich so eine Kindergeschichte, die erklärt, wieso die Raben schwarz sind: also hier was ich mitbekommen habe:
Die Vogelscheuche fühlte sich alleine und ging ins Haus des Bauern, der natürlich Angst hatte und das ganze Dorf auf sie hetzte. In einer Windmühle umzingelt muss die arme Vogelscheuche - trotz versuchten Rettungsaktionen der Raben - verbrennen. Und weil sie so traurig über den Tod waren, tragen sie bis heute schwarz - schön nicht?

La Lupe i en Bruno
Regie: Marc Riba und Anna Solanas Spanien 2005

Lupe mag Bruno. Bruno mag Lupe nicht. Eine faszinierende, leidenschaftliche Geschichte über eine unmögliche Liebe, ... Ok, vielleicht ist es nur die Geschichte von Lupe und Bruno.

- uuuh, der war auch sooooooooooo lieb!!! Hatte irgendwie was von Augsburger Puppenkiste! :)
Aber am Schluß hat Lupe den Bruno doch noch herumbekommen ;)

Der Handschuh
Regie: Henning Backhaus Österreich 2005

Tom liebt Lena. Doch liebt Lena Tom? Matthias ist Toms Freund. Ist Tom der Freund von Matthias? Will Moni was von Matthias? Aber wer will Moni? Und will Matthias was von Lena? – Vier 13jährige lungern auf einer Bahnbrücke herum und sind sich nicht einig. Hackordnungen ersetzen Aussprachen. Am Ende fällt ein Handschuh auf die Gleise. Einer wird ihn holen müssen. Frei nach Schillers gleichnamiger Ballade.

- Ja, dieser Film war wirklich SEHR FREI nach Schillers Ballade. Statt einer Arena mit 4 Raubkatzen hat man den Handschuh auf ein Bahngleis fallen lassen... Irgendwie war der komisch - oder ich hab zu wenig künstlerisches Feingefühl (was wahrscheinlich eher zutrifft *g*) - aber gefallen hat er mir nicht!

Die Sense der Zeit
Regie: Wolfram Kampffmeyer Deutschland 2006

Eine Adaption der Kurzgeschichte „In schlimmer Klemme“ von Edgar Allen Poe. Ein böser dicker Mann möchte die schöne Aussicht über der Stadt genießen und zwingt seinen Sklaven, ihn die tausend Stufen des hohen Kirchturms hinauf zu schleppen. Um das kleine Fenster zu erreichen, steigt er auf den Rücken seines Sklavens. Nun genießt er die schöne Aussicht, ahnt jedoch nicht, dass die Sense der Zeit jeden Moment zuschlagen wird um Vergeltung zu üben...

- jaja, das Ende war nicht wirklich schön... :) Er hatte den Kopf im Fenster und ist eingeschlafen - blöderweise war das Fenster genau über dem 6er der Uhr und als es halb 3 geschlagen hat... tja... da war der Film vorbei. :)


Die 2 vorarlberger Filme sind (Gott sei Dank) außer Konkurrenz gestanden - die haben mir nämlich auch nicht gefallen :)

Alone
Regie: Harald Schwarzmann Österreich 2004

Der Tagesablauf einer Hausfrau, die von ihrem Mann täglich aufs Neue in die Einsamkeit geschickt wird.

- komischer Film... Die Frau steht nur in der Wohnung herum, der Mann kommt dann heim, schnautz sie an, dass sie nicht arbeiten gehen darf und dann ist der Film fertig. Das einzige Highlight war noch der tolle Dialekt :)

Die Anderen
Regie: Harald Schwarzmann Österreich 2004

Eine Geschichte über zwei junge Menschen, die sich durch den Tod eines Freundes, und der damit verbundenen gesellschaftlichen und moralischen Vorstellungen anderer, in ihrer Liebe zueinander einengen lassen.

- schwierig... Ex von totem Freund jetzt die Freundin... hab ich auch nicht so toll gefunden

Jaja, und das Festival läuft noch heute bis Sonntag - also wens interessiert - hingehen (vielleicht erwischt ihr bessere Filme *g*) nana, mir hats wirklich gefallen!!

bis dann

Comments:
COMME UN AIR und LE DINER waren wirklich tip top, da kann ich nur zustimmen! :-) Vor allem bei LE DINER hat wohl jeder im Saal ein bisschen Herzblut vergossen.

Bei der Bewertung ist halt schwierig, wenn man professionelle Filme mit semiprofessionellen in einer Kategorie beurteilt. Vor allem die digitalen Schwarzmann-Filme, die für vorarlberger Verhältnisse sicher hervorragend realisiert wurden, können halt nicht mit den 35mm (Kino-) Produktionen aus Frankreich oder Spanien mithalten. Weder vom Bild, noch von Ton, Story, Originalität usw. Leider. Aber Logisch.
 
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